
Zusammenfassung
(Nanako Hamada und Koh-ichi Nagata)
- 2023
- Anhand von embryonalen Mäuseneuronen zeigten Hamada und Kollegen, dass es Unterschiede zwischen Missense- (p.Pro866Leu, p.Ser2163Leu, p.Ser2177Tyr, p.Thr2162Met) und Nonsense- (p.Gln1922) Varianten gibt.
- Einige Varianten reicherten sich im Zellkern an, während sich andere im Zytoplasma, also außerhalb der Zelle, befanden.
- Die Nonsense-Variante war kaum nachweisbar, was auf eine Haploinsuffizienz mit einer gewissen Beeinträchtigung der Entwicklung von Dendriten (Nervenzellen, die für die Erregungsfunktion verantwortlich sind) hinweist.
- Die Variante p.Pro866Leu zeigte eine reduzierte Anzahl und Länge von Dendriten (Nervenzelle) in einer dominant-negativen Weise (d.h. nicht haploinsuffizient)
- Die Variante p.Ser2163Leu beeinträchtigte sowohl die Dendriten- als auch die Synapsenbildung, allerdings auf entgegengesetzte Weise, d. h. es kam zu einem Funktionsverlust bzw. -gewinn.
- Die p.Thr2162Met-Variante schließlich hatte eine eingeschränkte Funktion, aber keinen völligen Verlust wie bei der Nonsense-Variante
- Die gesammelten klinischen Symptome zeigten, dass Personen, die Varianten mit Funktionsgewinnen hatten, auch Anfälle, Autismus und einen niedrigen Tonus aufwiesen, was zeigt, dass die Interaktion der Varianten auf die Nervenzellentwicklung zu ausgeprägteren klinischen Symptomen führte.
- Diese neueste wissenschaftliche Studie liefert Erkenntnisse darüber, dass verschiedene Varianten an verschiedenen Stellen des MED13L-Proteins unterschiedliche Funktionen haben können, was zeigt, dass mehrere Behandlungsmöglichkeiten notwendig sein könnten.

